Projekt: Kinder bauen Nisthilfen

Kinder können etwas tun, für Vögel, Bienen, Schmetterlinge und Insekten

Kinder lieben Tiere. Im Rahmen unseres Projektes "Kinder und Bienen" geben wir Kindern die Möglichkeit, ganz aktiv etwas für Tiere zu tun.
Die Jungen und Mädchen erhalten Anleitung und Unterstützung beim Bau von Schutzhäuschen, Futterplätzen und Nisthilfen, außerdem viele Informationen über die Lebensbedüfnisse von Bienen, Insekten und Wildvögeln. So geben Kinder Hilfe zum Überleben, denn Nistmöglichkeiten und Futter sind für viele Arten in der Natur nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden. Das Aufstellen der Insektenhotels in den Spiel – und Gartenflächen von Schulen und Kindergärten regt die Kinder an, auch weiter Verantwortung zu übernehmen und sich fürsorglich zu verhalten. 
Denn wir alle brauchen gut informierte Kinder,die empathisch sind und mitfühlend –
sie werden sich auch als Erwachsene respektvoll im Umgang mit Tier und Natur verhalten.

Insektensterben geht uns alle an!!

ein wichtiges Vorwort von  meiner Tierschutzfreundin  Gudrun Kaspareit

Das Insektensterben ist ja schon lange Thema bei uns Umweltschützern und hat nun auch endlich die Öffentlichkeit erreicht, aber auch unter der Erde spielt sich ein unfassbares Drama ab.

Allein schon durch die ganze Gülle und die vielen Spritzgifte, sterben genug Würmer und andere Bodenorganismen. Jene, die nicht sterben, vergiften langfristig ihre Fressfeinde. Regenwürmer sind ja für viele Tiere eine Art Grundnahrungsmittel.

Doch das wirklich dramatische ist, dass sie ihre Aufgabe als Motor des ökologischen Kreislaufes, nicht mehr gerecht werden können. Sie, die Würmer und ihre Kollegen, bilden die Grundlage des ökologischen Kreislaufes, ohne sie bricht er zusammen und mit ihm alles Leben. Schon als Jugendliche habe ich provokant gefragt, wer denn wohl für das Fortbestehen der Welt wichtiger sei, die Würmer oder die Menschen. Ich meinte das damals als Metapher für die Arroganz der Menschen. Nie hätte ich damals gedacht, dass dieses Problem uns ganz real einholen könnte.

Der Regenwurm ist tatsächlich vom Aussterben bedroht. Das hat sogar das Umweltministerium bestätigt.

1 Kilo Regenwürmer verarbeiten pro Tag ca. 1/2 kg Biomasse, weshalb sie auch ursprünglich „reger Wurm“ genannt wurden. Manche Regenwurmarten fressen täglich ihr eigenes Körpergewicht (das sind ca. 15 g). Auf 1 qm Land wurden schon bis zu tausend Regenwurmröhren gezählt. Dadurch wird der Boden locker und luftig gemacht, und das 4- bis 10fache an Regenwasser kann aufgenommen und abgeleitet werden. Sie sorgen außerdem für eine Umschichtung des Bodens, indem sie aus einer Tiefe von bis zu 2 m mineralische Substanzen an die Erdoberfläche befördern.

Leider wird dem Regenwurm im Garten und auf Äckern oft der Einsatz von Pestiziden zum Verhängnis. Eine einmalige Spritzung kann für sie schon tödlich sein. Andere Tiere fressen diese an Pestiziden verendeten Regenwürmer und können daran ebenfalls sterben.

 

Regenwürmer sind blind, taub, stumm, können nur kriechen und sind dennoch die stärksten Tiere der Welt, jedenfalls im Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Und sie produzieren den besten Dünger der Erde. Weltweit gibt es über 3000 verschiedene Arten von Regenwürmern. Ihr Name kommt im Übrigen von „Reger Wurm“ und nicht von Regen. Regen macht den Würmern nichts aus, wenn sie allerdings an die Oberfläche kommen, versterben sie alsbald, da sie sehr empfindlich auf UV Licht reagieren. An die Oberfläche werden sie gelockt durch die Vibration der Regentropfen. Manche Vögel wissen das und ahmen das Prasseln des Regens durch schnelles Trampeln mit den Füßen nach.

 

Der Regenwurm ist also für eine gute Bodenfruchtbarkeit zuständig, er düngt, belüftet und schichtet unermüdlich um. Trotzdem sterben täglich Millionen von ihnen unbemerkt und unerkannt. Zugemauert mit Beton unter versiegelter Erde, vergiftet mit Agrargiften und Gülle. Es sterben auch Tausendfüßler, Kellerasseln, Drahtwürmer, Springschwänze, Schnecken, Spinnen, Insekten, Vögel, Rebhühner, denen die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Ich habe auch schon mehr als 10 Bussarde über den Acker laufen sehen, die nach starken Regenfällen die Regenwürmer absammeln, welche an die Oberfläche gekommen sind. Leider kann es vorkommen, dass die Greife sich an den mit Pestiziden belasteten Würmern vergiften, wenn sie zu viele von ihnen vertilgen. So geht es natürlich auch allen anderen Tieren, die viele Würmer verzehren.

 

Bauer Willi sagt:

„In einem Quadratmeter Ackerboden leben rund 100 Regenwürmer. Täglich werden in Deutschland rund 800.000 Quadratmeter der landwirtschaftlichen Produktion entzogen. Somit sterben täglich 80 Mio. Regenwürmer. Jeden Tag. Nur in Deutschland. So viel, wie dieses Land Einwohner hat…

Man kann Geld vermehren. Aber nicht den Boden auf dem wir leben. Und von dem wir leben!

Euer Bauer Willi“

 

Und ich sage, wir müssen uns immer bewusst sein, dass wir ohne die unterirdischen Armeen der Bodenorganismen keine Lebensgrundlage haben, denn sie sind es, welche die abgestorbenen, organischen Stoffe aufschließen und dem Lebenskreislauf wieder zugänglich machen.

Man kann Regenwürmer selber züchten. Auf einen guten Boden sollten pro qm ca. 200 Würmer vorkommen, auf einem fruchtbaren Boden findet man sogar 300 bis 400 Stück pro qm. So ein Boden ist besonders bei mineralienintensiven Pflanzen erstrebenswert.

Ein Regenwurm - Zuchtkasten für den Innen und Außenbetrieb ist leicht selber herzustellen. Als Material empfiehlt sich massives Holz, auf keinen Fall sollten Preßspanplatten verwendet werden, da sich in diesen giftige Gase entwickeln und auch schnell aufquellen. Auch sollte kein chemisches Holzschutzmittel verwendet werden. Als biologische Alternative empfiehlt sich das dünne Auftragen von Bienenwachs, was aber nicht unbedingt notwendig ist.

Die Maße von LxBxT 1,0 x 0,6 x 0,30 m sind hier zu empfehlen, da ein solcher Kasten ohne weiteres 1 kg Regenwümer aufnehmen kann, die bereits nach kurzer Zeit den Bioabfall eines 2 oder 3 Personenhaushaltes verspeisen.

 

Hilf uns mit Deiner Spende

Wir müssen etwas tun.

Wer kann es noch leugnen ? -

dass sie verschwunden sind, die Vögel, Bienen, Schmetterlinge und Insekten. In ihrer Vielzahl und ihrem Artenreichtum. Wer kann weiter so tun, als wäre alles im Lot? Natürlich im Gleichgewicht, alles in bester Ordnung, zum Wohle von Mensch und Tier. Wer denkt das weiterhin? – ignorant, gleichgültig, vermessen zu glauben, dass Plastik Leben bewahrt und neues Leben entstehen lässt.

Dabei wissen wir es schon lange.

Wir brauchen die Natur sehr viel mehr, als sie uns.

Was also können wir tun?

Wir - die wir festgefahren sind, in alten Mustern gefangen und nach Rechtfertigungen suchend?

Wir – die schon so viel Glauben und Hoffnung verloren haben,  die wir Gefühl und Gespür in Frage stellen und nicht lassen können von den Antworten alter Glaubenssätze.

 

Es braucht die Kinder.

 

Es braucht den Mut, die Unbedarftheit und die Unerschrockenheit der Kinder – das Naheliegende einfach zu tun. Anfangen, behutsam aufrichten und immer etwas mehr geben, als man nimmt.

Unsere Kinder sind unsere Chance. Wir dürfen sie nutzen. Wir dürfen uns freuen. Unsere Fehler bedeuten nicht das Ende. Es kann alles ins Lot kommen. Zum Wohle von Mensch und Tier.

 

Geben wir unseren Kindern die Möglichkeit etwas zu tun für Vögel, für Bienen, Schmetterlinge und Insekten – und für uns alle.

 

 

Mone Dopp 

Danke

Nicole Prause

Ricarda Scholten

Ursula K.